„Rhoihesse Brass“ im Gotteshaus

30.11.2016
Groß Gerauer Echo
Silke Drescher

KONZERT Stimmungsvolle Musik und Geschichten zum Advent (...)
NAUHEIM - Nuancenreiche Blastechnik und (...) Klangreinheit erschallte in der evangelischen Kirche in Nauheim. In einer Vielfalt aus Musikepochen nahm „Rhoihesse Brass“ die Zuhörer mit auf eine Reise durch Barock, Renaissance bis hin zu traditionellen Weihnachtsliedern aus England und Amerika, während der Advent auf unzähligen Weihnachtsmärkten und in den Kirchen Einzug hielt.
Noch brannte keine Kerze auf dem Adventskranz in der Kirche, doch gedämpftes Licht wärmte die Gemüter ebenso wie der gern genommene Glühwein in der Pause. Gemeinsam mit den vier Musikern Michael Botens und Barbara Reichenbächer an Trompete oder Flügelhorn, Philipp Marouelli am Euphonium und Ulrich Görzel an der Tuba hatte Hildegard Botens als Vorleserin heitere Weihnachtsgeschichten im Gepäck und hieß die doch recht spärliche Gemeinde zum Adventskonzert unter dem Ruf „Kommet, ihr Hirten“ willkommen.
Insgesamt sechzehn ausgewählte Stücke umspannten das Programm von Georg Friedrich Händel über Johann Sebastian Bach bis hin zu Volksweisen aus Deutschland und Russland.
Sanft oder nachdrücklich vibrierten die Töne der goldenen Blechblasinstrumente und sorgten für musikalische Illustrationen, wobei gerade das Horn mit seinen sehr weichen mittelhoch bis tiefen Tönen die Bilder der Hirten, die sich auf den Weg zur Krippe machen durften, untermalte. Gehen musste auch Maria, und zwar durch „ein Dornwald“. Das Werk wurde in verschiedenen Adaptionen vorgestellt. Unter anderem im dreiteiligen Taktmaß der Sarabande oder auch in der lieblich-schmerzhaften Melodik mit dem Charakter eines Hirtenidylls der Sicilliana genannten Version.
Einen Blick in neuere Tage gaben die Geschichten, die Hildegard Botens den gespannten Zuhörern vorlas und sie so zum Schmunzeln brachte. Starke Zweige sollte der Baum haben, den eine Familie zum Fest aus dem Wald holen wollte. Mit Widerworten und zwar von Seiten des Baumes konnte ja keiner gerechnet haben.
Auch die nächste Geschichte entwickelte sich aus Widerworten und der Weigerung einer Mutter, ihre vielgerühmten Plätzchen zur Adventszeit zu backen. Beide Geschichten gingen mit einem Kompromiss aus. Bezeichnend für die besinnliche Zeit, in der das schönste Geschenk doch die Zeit ist, die man miteinander verbringen will.