Biene Maja und Frank Sinatra

16.09.2014
Vendersheim
Heiko Wingert

RHOIHESSE BRASS Blechbläser-Quintett spielt in der Vendersheimer Kirche

„Hören Sie mal hin, was Sie alles erkennen“, forderte Trompeter Michael Botens die Zuhörer auf, bevor er und die anderen vier Blechbläser von „Rhoihesse Brass“ lautstark einen Mix aus bekannten Melodien von Kinderfernsehsendungen spielten. Das etwa siebenminütige Musikstück war ein Highlight des Konzertes „Bach und Strauß – Biene Maja und Frank Sinatra.“, das die „Rhoihesse Brass“ anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens am Samstag in der evangelischen Kirche Vendersheim gaben.
An Kindheit erinnert
Als die Musiker den Soundtrack von Jim Knopfs Lummerland erreichten, fing das Publikum begeistert an mitzuklatschen und inspirierte zu einem immer schnelleren Rhythmus. Bei den Klassikern „Heidi“ oder „Der Sendung mit der Maus“ summten einige Konzertgäste leise mit und fühlten sich an ihre schöne Kindheit zurückerinnert.
Der große Applaus der Zuhörer motivierte die Blechbläser auch bei ihrem letzten regulären Stück, einem Medley von Frank Sinatras Evergreens, noch einmal Höchstleistung zu erreichen. Dabei zeigten die Musiker großes Talent für die komplexen Übergänge. Sie meisterten scheinbar mühelos ihre musikalische Reise in New York zu beginnen, Fremde durch die Nacht zu begleiten, den eigenen Weg zu gehen und wieder in New York zu enden. Sinatra-Liebhaber haben die Titel sofort erkannt: „New York, New York – Strangers in the night – My way – New York, New York“.
Nach dem Konzert gab es Ovationen vom bestens unterhaltenen Publikum und als Dank zwei Lieder Zugabe von Ulrich Görzel an der Tuba, Felix Holdenried am Horn, Philipp Marouelli an der Posaune sowie Barbara Reichenbächer und Michael Botens an den Trompeten. Standesgemäß endete der musikalische Abend nach etwa 70 Minuten mit dem „Bayrischen Abendsegen“.
Dies wiederum bildete den Kontrast zum Konzertbeginn. Es begann mit dem Sonnenaufgang von Strauss „Also sprach Zarathustra“, ehe Pfarrer Harald Esders-Winterberg den Musikern für „zehn Jahre verlässliche Begleitung bei Gottesdiensten“ dankte. Bei dem Eröffnungsstück war vor allem Ulrich Görzel an der Tuba gefragt, da diese den bekannten dumpfen Ton erzeugte, ehe die große Wucht der Trompeten lautstark und fröhlich die ersten Sonnenstrahlen ankündigten.
Bei einem Stück aus der Oper „Lara“ symbolisierte vor allem der kräftige Posaunenklang deutlich den Einzug der Ehrenleute in die Burg. Es folgten klassische Stücke, beispielsweise von Bach und Krieg, in denen vor allem der Dauereinsatz des Hornspielers beeindruckte. Am Ende des Klassikteils leitete ein Musikmix von Leroy Andersons Sekundenwerken in den Abschnitt mit den bekannten Melodien aus Funk und Fernsehen fließend über.
Klassische Besetzung
Der „Rhoihesse Brass“ war die Freude an dem Abend sichtbar anzumerken. Für sie stellen die Konzerte in den Kirchen immer wieder Höhepunkte ihres musikalischen Wirkens dar. „Rhoihesse Brass“ resultiert aus fünf Blechbläsern, die alle aus Rheinhessen stammen. Diese beschlossen gemeinsam musikalisch mehr auf die Beine zu stellen. Geprobt wurde erst unregelmäßig in wechselnder Besetzung. Im Laufe des Jahres 2004 fand dann die klassische Quintettbesetzung mit zwei Trompeten, Horn, Posaune und Tuba zusammen.