Rhoihesse Brass schmeckt in Partenheim Volksweisen mit Lebenslust ab

27.12.2011
Partenheim
Von Christopher Mühleck

Der sanft beleuchtete Kirchturm der evangelischen Kirche St. Peter ragte in den finsteren Nachthimmel, die Fenster waren zart erhellt und aus dem Innern drang der festliche Klang virtuoser Bläserkunst. Mit „Rhoihesse Brass“ gastierten fünf Könner im Gotteshaus und verzauberten die Besucher auf ihren voll besetzten Kirchenbänken auf einer beschwingten musikalischen Schlittenfahrt durch Weihnachtsweisen aller Couleur und aller Herren Länder.

Rentier galoppiert elegant durch Gehörgang

Der Raum gab mit toller Akustik den Rahmen für die Musik von Michael Botens, Stefan Rudloff, Christina Boos, Reinhard Berges und Ulrich Görzel ab. Der weltbekannte Choral „Gloria in excelsis Deo“ lieferte das mehr als passende Etikett für 13 Stücke, die sich thematisch und musikalisch alle dem Fest der Feste zuwandten. Fernab der Hetze dieser Tage vermochte das Quintett, ein Füllhorn voll Frohsinn zum Auftakt der ruhigsten Zeit im Jahr auszuschütten.

Schließlich geschieht es nicht alle Tage, dass „Kling Glöckchen“ direkt auf das „Concerto C-Dur“ eines Herrn Vivaldi folgt oder „Rudolph the Red Nosed Reindeer“ gemeinsam mit Jon Francis Wades „Adeste fideles“ anmutig und elegant durch Gehörgang und Kirche galoppiert. Abgeschmeckt mit einem Schuss frommer Lebenslust, wurden Volksweisen wie „Kommet Ihr Hirten“ oder die Hymne des Titel-Chorals „Gloria in excelsis Deo“ zum Höhepunkt einer Reise, deren Beginn nicht „Es begab sich zu einer Zeit“, sondern „Dann sinn se uff Bethlehem gezooche“ lautete.

Blechbläser in klassischer Quintettbesetzung

Seit 2004 vermögen es die fünf Blechbläser, die Region in klassischer Quintettbesetzung mit zwei Trompeten, einem Horn, Posaune und Tuba zu verzücken. Seit 2011 wird in der aktuellen Besetzung gespielt, die auch schon unter freiem Himmel zu begeistern wusste. Beim Konzert in Partenheim konnten sich alle Besucher über einen kulinarischen Gruß zur guten Nacht freuen, der mit „Feddebroode“ und Glühwein nicht passender hätte sein können.