Vier Mitglieder von „Rhoihesse Brass“ musizieren in Partenheim

07.01.2017
Partenheim
Ulla Grall

Der weihnachtlichen Aufforderung „Kommet, ihr Hirten“, ausgesprochen von „Rhoihesse Brass“, folgen die Partenheimer gerne und füllen die Bänke der Evangelischen Kirche St. Peter. Doch bevor die alte Volksweise erklingt, haben die vier Blechbläser noch etliches anderes zu bieten. So erklingt zur Einstimmung die Ouvertüre von Händels „Feuerwerksmusik“, gefolgt von Johann Sebastian Bachs Kantate „Schafe können sicher weiden“ und „Maria durch ein Dornwald ging“, das nicht nur im Liedsatz, sondern auch als Sarabande und „Alla Siciliana“ erklingt.

„Wieso eigentlich nur vier Blechbläser?“, fragen sich manche der Zuhörer. Die Rhoihesse Brass war ja schon oft in Partenheim – da waren es doch immer fünf?! Michael Botens, Trompete- und Flügelhornspieler und Kopf der Gruppe, erklärt dies nach dem Konzert: „Unser Hornist Felix Holdenried steckt mitten im Abitur.“ Darum hat sich das Ensemble für diesmal vom Quintett auf ein Quartett reduziert.

Ullrich Görzel, der Tubabläser, vermeldet auch dem Publikum: „Michael hat für dieses Konzert alle unsere Stücke für Quartett umgemodelt.“

Pfarrer Harald Esders-Winterberg beschränkt sich in seiner Begrüßung auf wenige Worte: „Fürchtet Euch nicht!“ lautet seine Botschaft. Als auflockernde Intermezzi liest Hildegard Botens zwei kleine Weihnachtsgeschichten, wie Toni Lauerers Story von der ungewöhnlich besetzten Krippe: „Apfent, Apfent, der Bärwurtz brennt ...“. Später kommt „Das schönste Geschenk“ zu Gehör, mit einem erstaunlichen Weihnachtsbaum, der sprechen kann, und ein Gedicht über die „Weihnachtsmaus“. Dies scheint einigen der Zuhörer bekannt zu sein, denn sie lachen schon bei der Nennung des Titels.

Strahlende Töne, glänzend arrangiert von Todd Marchand, erklingen bei „Gaudete, Christus est natus“ – Philipp Marouelli, sonst Euphonium-Spieler, greift dafür zur Posaune. Das Vorspiel zu Händels oft adaptierten „Joy to the world“ klingt in der Besetzung mit Euphonium und Tuba ganz ungewöhnlich, dann setzt der strahlende Klang der Trompeten ein. Neben Botens spielt Barbara Reichenbächer ebenfalls Trompete und Flügelhorn.

Auch russisches Schlaflied mit dabei

Zu „Kling, Glöckchen, klingeling“ schlägt Reichenbächer auch das Glöcklein an, das an ihrem Notenpult hängt. Deutsche und englische Weihnachtsweisen ertönen, aus Russland kommt das Schlaflied „Bajuschki baju“, mit dem die Brass beweisen, dass die Bläser auch zart und leise können, dann geht es in die USA mit „Frosty the snowman“ und „Jingle Bells“. Bevor die musikalische Reise nach Amerika mit „We wish you a merry Christmas“ zu Ende geht, sagt Botens an: „Ein Sammelkorb am Ausgang steht bereit. Die Spenden werden der Orgel zugutekommen.“

Zugaben haben die „Rhoihesse Brass“ natürlich auch parat. Bei „In der Weihnachtsbäckerei“ kommt Görzels Cimbasso zum Einsatz. „Ein Instrument, das auf Verdi zurückgeht“, erklärt Görzel im Interview. „Er wollte nicht den fetten Ton der Tuba, sondern einen leichten Bass.“ So wurde dieses seltene Instrument entwickelt, das gespielt wird wie die Tuba, jedoch zur Familie der Trompeten gehört.

Bevor sich die Zuhörer dem Glühwein und Stollen widmen, die nun auf sie warten, beginnt Botens das „O du fröhliche“ mit einem freudigen Trompetensolo als Klang gewordener Weihnachtsbotschaft.